Atemberaubende Technik und überwältigende Musikalität waren die besonderen Merkmale des Konzerts im Wintergarten der Festhalle. Die aus Moskau stammende Künstlerin kam mit ihrem deutschen Partner, dem Pianisten Lothar Freund, direkt von den Konzerten in Eutin, Hamburg und Frankfurt nach Zweibrücken. Sie hatte ihr Zupfinstrument, die Domra, und ein Programm mitgebracht, in dem sie für Klassikfreunde recht bekannte Kompositionen mit europäischer, aber auch russischer Musik kombinierte. Die Zuhörer erlebten ein perfektes Zusammenspiel von ungerheurer Präzision und konnten nur staunen, mit welcher Geschwindigkeit sie ihr Instrument beherrschte. Bei einigen Stücken war kaum mit den Augen zu verfolgen, was sich da ereignete. Zusammen mit Lothar Freund brannte die sympathische junge Instrumentalistin die längst zur Weltspitze gehört, eine Art musikalisches Feuerwerk ab, das man nicht so schnell vergessen wird. Dabei waren sowohl Originalkompositionen als auch Arrangements und Transkriptionen von Werken zu hören, die für ganz andere Besetzungen entstanden sind, ohne daß man dies als Bruch empfand. Lothar Freund war der deckungsgleich angepasste Partner. Paganinis “Karneval in Venedig” bildete in einer virtuos ausgereizten und musikalisch fast intimer Einheit gekennzeichneten Wiedergabe den mit nicht enden wollenden Applaus bedachten Abschluss dieses Abends. Danach entlockten die begeisterten Besucher diesem vorzüglichen Paar der Kammermusik noch eine Zugabe.
Schneesturm auf 3 Stahlsaiten  Karlheinz Dettweiler “Die Rheinpflalz”  9.11.2012
Gorbatschow und Freund
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Es waren 90 Minuten, die auf den Gesichtern  Zuhörer immer wieder für ungläubiges Kopfschütteln sorgten, so rasant und virtuos brillierte Gorbatschow auf der Balaleika und gestaltete in unfassbarer Leichtigkeit und Eleganz Dynamik- und Tempowechsel so souverän, dass Augen und Ohren des Publikums oft überfordert waren. Ob Barockkompositionen zu Beginn, intensive, atmosphärisch dichte Programmmusik aus Russland, Igor Frolows Konzertfantasie über Themen aus „Porgy and Bess“ oder – ganz besonders faszinierend – hochkomplexe und technisch äußerst anspruchsvolle Kompositionen von Pablo de Sarasate oder Niccolò Paganini, die von Gorbatschow kongenial für Balalaika und Klavier arrangiert waren: Der Balalaikavirtuose riss die Zuhörer immer wieder zu prasselndem Beifall hin, verführte einige sogar zwischen den Sätzen der „Carmen Fantasie“ zu l autem Jubel – verzeihlich angesichts der unglaublichen Leistung der beiden Künstler auf der Bühne. Neben Gorbatschow muss nämlich im selben Atemzug auch der Pianist Lothar Freund genannt werden, der seinem Partner in nichts nachstand und mit ihm immer wieder faszinierende Musikdialoge mit spielerischer Leichtigkeit und großer Souveränität führte. Er war viel mehr als ein exzellenter Begleiter am Klavier, war gleichberechtigter Partner auf Augenhöhe – eine Grundvoraussetzung für ein glänzendes Konzert, das in die Zugabe „Kalinka“ mündete: echte Könner können eben auch Folklore als Musik der Extraklasse zelebrieren.
Andrei Gorbatschow - Balalaika
Lothar Freund - Klavier